GA4: So wirst du „not set“-Werte in deinen Berichten los!
Wer mit Google Analytics 4 (GA4) arbeitet, ist bestimmt schon einmal über „(not set)“-Werte in Berichten gestolpert. Sie tauchen immer dann auf, wenn zwar Metriken wie Sitzungen erfasst werden, aber wichtige Daten für Dimensionen fehlen – z. B. zu Quelle/Medium, Landingpage oder Kampagne. Damit deine Analysen nicht verfälscht werden, findest du in diesem Beitrag die häufigsten Ursachen für „(not set)“-Werte und was du dagegen tun kannst.
Was sind „(not set)“-Werte und warum stören sie?
In GA4 erscheint „(not set)“ immer dann, wenn:
keine Daten für eine Dimension vorliegen,
die Sitzung abgelaufen ist und ohne neue Quelle/neues Medium neu beginnt,
Implementierungsfehler vorliegen (z. B. „session_start“ wird nicht ausgelöst),
UTM-Parameter fehlen oder fehlerhaft sind,
Auto-Tagging in Google Ads deaktiviert ist oder Google Ads nicht mit GA4 verknüpft ist,
Ad-Blocker das Tracking verhindern
oder Consent-/Tag-Timing-Probleme auftreten.
Kurz gesagt: GA4 setzt „not set“ als Platzhalter, sobald erforderliche Daten fehlen oder nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen.
Jetzt könnte man meinen, dass „(not set)“-Werte keine große Rolle spielen. Tatsächlich verwässern sie jedoch die Datenqualität in den Berichten erheblich und machen eine verlässliche Analyse deutlich schwieriger. Wichtige Informationen fehlen, Zusammenhänge werden unscharf, und Optimierungsmaßnahmen basieren schnell auf falschen Annahmen. Wenn etwa 30 % der Sitzungen keiner Quelle zugeordnet werden können, lässt sich kaum noch beurteilen, welche Kanäle wirklich performen oder ob das Kampagnenbudget überhaupt sinnvoll eingesetzt wird.
Fünf typische „(not set)“-Fälle und wie du sie beheben kannst
1. Sitzung – Quelle/Medium
Hier fehlt GA4 die Information, woher ein:e Nutzer:in kommt.
Typische Ursachen:
fehlende oder falsch gesetzte UTM-Parameter
Das „session_start“-Ereignis fehlt.
Auto-Tagging in Google Ads ist nicht aktiviert.
falsches Tag-Timing (z. B. E-Commerce-Ereignisse feuern vor dem GA4-Tag)
Check:
Alle Kampagnen-URLs mit UTM-Parametern versehen („utm_source“, „utm_medium“, „utm_campaign“).
Im GTM sicherstellen, dass „session_start“ korrekt ausgelöst wird.
Google-Ads-Konten mit GA4 verknüpfen und Auto-Tagging aktivieren. Als Fallback zusätzlich auch hier UTM-Parameter hinterlegen.
Prüfen, ob das Google Tag vor den Ereignis-Tags feuert (ggf. Triggergruppen verwenden).
2. Sitzung – Kampagne
Fehlen hier die Daten für den Kampagnennamen oder die Kampagnen-ID, können Kampagnen nicht korrekt ausgewertet werden.
Typische Ursachen:
Google Ads ist nicht mit GA4 verknüpft.
Auto-Tagging ist deaktiviert.
UTM-Parameter fehlen als Fallback.
fehlende Einwilligungen im Cookie-Banner (Consent Mode)
Check:
Alle relevanten Ads-Konten mit GA4 verknüpfen.
Auto-Tagging aktivieren.
UTM-Parameter in Ads-Tracking-Vorlagen hinterlegen.
Consent-Management prüfen, insbesondere „ad_user_data“ und „ad_personalization“.
3. Landingpage
Wenn hier in den GA4-Berichten „not set“ auftaucht, fehlen oft die „page_view“-Daten.
Typische Ursachen:
Die Sitzung läuft nach 30 Min. Inaktivität ab, aber der:die Nutzer:in startet später wieder neu.
„page_view“ wird nicht erfasst (z. B. in Single-Page-Applikationen).
Weiterleitungen oder Tag-Timing verhindern die Datenerfassung.
Check:
Maximale Sitzungsdauer auf 7:55 Std. erhöhen.
In SPAs zusätzliche „page_view“- oder „screen_view“-Ereignisse einrichten.
Weiterleitungen (JS/Meta-Refresh) vermeiden.
Prüfen, ob „page_location“ korrekt übergeben wird (max. 420 Zeichen).
Ein Beispiel aus der Praxis:
Bei einem Test konnte durch die Erhöhung der Sitzungsdauer in den GA4-Einstellungen von standardmäßig 30 Min. auf maximal 7:55 Std. der Anteil der „(not set)“-Werte bei der Dimension Landingpage um über 50 % reduziert werden. Die Anpassung führt zu qualitativ besseren und realitätsnäheren Daten, wodurch Analysen zur Performance der Landingpages aussagekräftiger werden.
4. E-Commerce-Dimensionen
Fehlen erforderliche Parameter, kann GA4 die Transaktionen und Produktaktivitäten nicht korrekt zuordnen.
Typische Ursachen:
Erforderliche E-Commerce-Parameter werden nicht (vollständig) bei jedem E-Commerce-Event erfasst (z. B. „item_id“, „item_name“, „currency“ oder „value“).
Check:
DataLayer prüfen, ob alle Pflichtfelder korrekt übergeben werden.
Sicherstellen, dass der dataLayer.push vor dem Ereignis ausgelöst wird.
GA4-Dokumentation für E-Commerce-Ereignisse nutzen.
5. Benutzerdefinierte Ereignisparameter
Fehler passieren hier oft bei der Einrichtung und der Konfiguration.
Typische Ursachen:
Parameter sind im GTM falsch geschrieben.
Parameter sind in GA4 nicht als Dimension registriert.
Check:
Schreibweise in GTM und GA4 abgleichen (z. B. „newsletter_type“ vs. „Nl_type“).
Sicherstellen, dass der Parameter bei Event-Auslösung zur Verfügung steht.
Parameter in den GA4-Einstellungen als benutzerdefinierte Dimension anlegen.
Noch ein Hinweis: „(not set)“-Werte lassen sich nicht vollständig vermeiden. Daher sollten sie in einem gewissen Rahmen toleriert werden. Je nach Tracking-Setup und Dimension sind etwa 5–10 % „(not set)“-Werte üblich und kein Grund zur Sorge.
Fazit:
Es gibt viele Ursachen, warum in GA4-Berichten „(not set)“-Werte auftauchen können. Damit du die Punkte schnell prüfen kannst, haben wir eine praktische Checkliste erstellt, die du dir hier herunterladen kannst.
Du benötigst Unterstützung bei der Umsetzung? Wir helfen dir gerne bei allen Fragen zur GTM- und GA4-Konfiguration weiter. Hierzu einfach das Kontaktformular ausfüllen und absenden.
Happy analyzing!