Was ist ein PBN (privates Blognetzwerk)?
Aus aktuellem Anlass erkläre ich, wie private Blognetzwerke aufgebaut sind. Dabei handelt es sich ausdrücklich nur um eine Definition, keine Anleitung oder Empfehlung. Private Blognetzwerke sind riskant, resultierende Rankingvorteile allerhöchstens kurzfristig!
Definition
Ein privates Blognetzwerk (kurz: PBN) besteht aus vielen Domains, die ein und derselben Person gehören bzw. von ihr kontrolliert werden (darum “privat”).
Warum ein PBN aufbauen?
Ziel ist es, schnell und günstig Inhalte auf vielen Unterseiten dieser Domains aufzubauen, wo dann im Textkontext optimierte Links auf ein oder mehrere Hauptprojekte gesetzt werden können (s. Abbildung).
Das Hauptprojekt (auch: “Money Site”) soll durch die große Zahl von vermeintlich themenrelevanten Links in den Suchergebnissen bessere Rankings für wertvolle Suchbegriffe (“Money Keys”) erzielen.
Schema eines privaten Blognetzwerkes (vereinfachte Darstellung)
In der Regel handelt es sich dabei um selbst gehostete Domains, also keine Subdomains von wordpress.com, tumblr.com o. ä., da diese mehr “Power” durch die Links weitergeben können.
Meist befinden sich unter den Domains auch expired Domains. Expired Domains sind Internetadressen, die schon einmal genutzt, dann aber aufgegeben wurden. Sie können von jedermann und oft zum günstigen Preis erstanden werden – häufig muss nur eine Registrierungsgebühr bezahlt werden, genau wie bei einer ganz frischen Domain. Externe Links zu so einer Domain mit ehemals echten Inhalten sind häufig noch vorhanden.
Risiken
Klingt doch super. Soll ich das für meine Seite machen?
Nein, bitte nicht! Wer eine ernsthafte Website betreibt und diese auch in der langfristigen Zukunft noch erfolgreich betreiben möchte, sollte Abstand von dieser Strategie nehmen. Google und andere Suchmaschinen mögen Blognetzwerke (ob nun privat oder öffentlich) nämlich gar nicht und gehen im Rahmen ihrer Möglichkeiten dagegen vor, beispielsweise mit manuellen Maßnahmen. Der Grund dafür ist auch gut nachvollziehbar. An der schematischen Darstellung lässt sich schon erkennen, dass das ganze Geflecht von Inhalten und Links überhaupt nicht für menschliche Nutzer gemacht ist. Die Texte der Blogposts sind häufig Ergebnisse von Spinning oder von automatischen Übersetzungen anderer Posts, echter Mehrwert für echte User fehlt. Um dieses Prozedere den Suchmaschinen nicht direkt unter die Nase zu reiben, geben sich PBN-Profis alle Mühe, keine Spuren (footprints) zu hinterlassen, die auf den gemeinsamen Besitzer aller Domains hindeuten (z. B. gleiche Designs und Impressen, identische IP C-Klasse, …).
Fazit
Es ist frustrierend zu beobachten, wie andere mit dieser Technik schnell und billig weit oben in den Suchergebnissen erscheinen. Diese Erfolge sind jedoch in den allermeisten Fällen von kurzer Dauer und Suchmaschinen werden laufend besser darin, diese Netzwerke aufzudecken.